Wie gesund und produktiv ist Home Office?

Vorteile fürs Unternehmen und Gesundheitsrisiken mobil-flexibler Arbeit

Home Office eröffnet im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung immer mehr Möglichkeiten und macht Mitarbeiter produktiver. Oft scheitert es jedoch am mangelnden Vertrauen in die Loyalität der Mitarbeiter sowie an viel angstbehafteter Unwissenheit seitens des Arbeitgebers.

Home Office macht Mitarbeiter leistungsfähiger und glücklicher

Immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zu Home Office an. Sogar die Forschung hat sich diesem heißen Thema bereits angenähert. Die Erkenntnisse fallen erstaunlich befürwortend aus sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Unternehmen.

Mitarbeiter, die in Home Office arbeiten wollen, sind oft flexibler und sehr freiheitsliebend. Sie identifizieren sich überdurchschnittlich mehr mit denUnternehmenszielen und sind engagierter. Geht man ihrem Wunsch nach, steigert dies ihre Zufriedenheit und Arbeitsmotivation. Liebe Arbeitgeber, dies ist eure Chance mit einem ganz einfachen Mittel die Mitarbeiterbindung zu stärken. Das macht Arbeitsstellen besonders attraktiv.

Studien bestätigen auch, dass Angestellte in Home Office deutlich effizienter ihrer Tätigkeit nachgehen. Um bis zu 13% Leistungssteigerung durch Heimarbeit zeigt eine kürzlich veröffentlichten Studie im Harvard Business Review. Aber warum eigentlich?

Zuhause werden einfach weniger Pausen gemacht, man arbeitet konzentrierter. Die gemütliche und ruhige Umgebung aktiviert den produktiven Arbeitsflow. Das ist ein himmelweiter Unterschied zum unterkühlten und lauten Großraumbüro. Das hartnäckige Vorurteil vom faulen Remote-Mitarbeiter ist somit offiziell vom Tisch.

Hinter Home Office stehen menschliche Bedürfnisse 

Mal eben in der Mittagspause die Wäsche waschen oder einkaufen gehen. Ein langersehntes Paket entgegen nehmen oder die Handwerker reinlassen. Auf stundenlange Anfahrtswege ins Büro verzichten. Eine inspirierende oder vertraute Umgebung aufsuchen, die den Geist weitet. Alles einfache, aber persönlich wichtige menschliche Beweggründe, die beim Arbeitsplatz vor Ort wichtige Denkkapazitätrauben und Stress erzeugen können.

Auf die Mitarbeitergesundheit achten 

Ständige Erreichbarkeit und verschwimmende Grenzen von Arbeit und Freizeit können leicht zum Gesundheitsrisiko werden. Untersuchungen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) der Vereinten Nationen deuten auf einen Zusammenhang zwischen mobil-flexibler Arbeit und vermehrtem StressaufkommenErschöpfung undSchlaflosigkeit hin. Zudem kann viel Telearbeit auch einsam machen und sozial isolieren. Richtig angepackt, lassen sich aufkommende gesundheitliche Gefahren für Angestellte minimieren. Auf gewisse ergonomische und auch organisatorische Aspekte kommt es an:

  • seine ruhige Arbeitsecke einrichten
  • Regelmäßige Entspannungseinheiten und Essenspausen einplanen
  • Mahlzeiten bewusst zu sich nehmen
  • Arbeitszeit nicht mit privaten Tätigkeiten mischen
  • Keine flow-bedingten Überstunden erzeugen
  • Digitale Arbeitskanäle nach Feierabend trennen

Mit Telearbeit Kosten und Zeit sparen 

Arbeitgeber sparen sich nicht nur Schreibtische und Arbeitsfläche ein, sondern geben Raum für mehr Vernetzungsmöglichkeiten und Vertrauen. Viele Tätigkeiten lassen sich dank moderner Informations- und Kommunikationstechnologien heutzutage vielerorts erledigen. 

Bei Gesprächsbedarf und Meetings sorgen Video-Konferenzen auf ZoomSkype oderGoogle Hangouts für den notwendigen Austausch. Für einen schnellen Datenaustauschzwischen den Mitarbeitern eignet sich ein schneller Chat auf Slack. Auch die moderne online Datenspeicherung mit Team-Sharing Option trägt wesentlich zur Teamvernetzung bei. Wem DropboxiCould Drive oder Google Drive zu unsicher erscheint, kann auf SecureSave und Co. umsatteln.

Welche Software auch immer verwendet wird, um eine gute Kommunikation und Vernetzung im Unternehmen zu gewährleisten, sollte der Arbeitgeber stets auf die notwendigen Sicherheits- und Datenschutzaspekte achten. So könnten Angestellte mit einem stabilen WLAN und ihrem Arbeits-PC von überall ihr digitales Büro aufschlagen.

 

Mehr Vertrauenskultur mit flexiblen Arbeitsmodellen schaffen 

Obwohl die technische Seite schon lange bereit ist, scheitert es oft an der noch sehr verbreiteten traditionellen Unternehmenskultur. In vielen Fällen sind 9-to-5 Jobs immer noch an der Tagesordnung. Vertrauen in die Mitarbeiter wirkt motivierend und loyalitätsstärkend. Wer einmal die Freiheit geschnuppert hat, mag sie ungern wieder hergeben.

Vorgesetzte sollten in Erwägung ziehen von einem präsenz-orientierten zu einem kommunikations- und vertrauensbasiert Führungsstil zu wechseln. So die Empfehlung des Wirtschaftsprofessors Prof. Dr. Hartmut Schulze. Demnach entwickeln sich Arbeitgeber mehr und mehr zum Coach. Sie vereinbaren Ziele mit dem Mitarbeiter und geben Lösungswege vor. Auch die Kommunikation sollte nicht einschlafen, sondern auf den verfügbaren digitalen Kanälen aufrechterhalten werden. So kann ein allseits sinnvolles Heimarbeiten zum Nutzen aller erfolgreich gelingen.